Posted by admin on April 2, 2020

Essen im Wandel Essen als Schatz
Wunderwaffe Vitamin C

Der Jahreszeitenwechsel ist häufig ein Auslöser für deftige Grippewellen. Typischerweise schniefen, hüsteln und niesen im Herbst und Frühling viele Menschen wie im Chor und die Erkältungsviren haben Hochkonjunktur. In diesem Frühling kommt noch ein deutlich größeres Thema dazu, nämlich die „Corona“-Viren, welche die Menschen aktuell weltweit auf Trab halten.

Ich dachte mir, dass das ein sehr guter Grund ist, mich mal dem Thema Vitamin C zu widmen und herauszufinden, warum mir dieser Mikronährstoff gerade auf vielen Seiten als das Wunderwaffe im Kampf gegen Viren präsentiert wird.

Was ist Vitamin C?

Vitamin C ist ein wasserlösliches Vitamin, das auch Ascorbinsäure genannt wird. Die Wasserlöslichkeit dieses Vitamins ist eine gute Sache, da die Wahrscheinlichkeit einer Überdosierung bei wasserlöslichen Vitaminen deutlich geringer ist. Überschüssiges Vitamin C wird über die Niere und damit über unseren Urin ausgeschieden.

Was macht es in unserem Körper?

Vitamin C hat jede Menge positive Wirkungen in unserem Körper. Es ist nicht nur an vielen Stoffwechselprozessen beteiligt, sondern wird unter anderem auch zum Aufbau des Bindegewebes (Kollagen), der Knochen und der Zähne gebraucht. Darüber hinaus verbessert es beim Verdauungsprozess die Verwertung von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln. Da Eisen bei einer rein pflanzlichen Ernährung potentiell ein kritischer Nährstoff ist, sollten wir uns diesen Aspekt ganz besonders merken. Des Weiteren hemmt Vitamin C die Bildung von krebsauslösenden Nitrosaminen (vgl. DGE *1).

Die besondere Eigenschaft, die jedoch Vitamin C auszeichnet und daher auch zu dem besagten „Wundermittel“ macht, ist seine antioxidative Wirkung. Im Rahmen unserer Stoffwechselvorgänge entstehen in unserem Körper sogenannte freie Radikale. Diese sind hochreaktive, sehr aggressive chemische Sauerstoffmoleküle oder organische Verbindungen, die darauf aus sind, anderen Molekülen Elektronen zu entreißen. Wenn freie Radikale sich beispielsweise mit Vitamin E verbinden, wird dieses für unseren Körper unbrauchbar bzw. wir können es dann nicht mehr aufnehmen.

Vitamin C stellt gegenüber diesen freien Radikalen gewissermaßen die Schutzpolizei dar. Es fängt freie Radikale ab und schützt so zum Beispiel aufgenommene Fette vor Oxidation. Im Fall von Vitamin E übernimmt Vitamin C dessen freie Radikale und macht das Vitamin damit wieder einsatzbereit. Freie Radikale in unserem Körper sind Auslöser bzw. Ursache von vielen heutigen Zivilisationskrankheiten. Je geringer die Zahl dieser FR in unserem Körper ist, desto weniger Entzündungsbotenstoffe werden produziert. Hierdurch wird ein Hauptgrund für Herz-Kreislauf-Erkrankungen minimiert. Des Weiteren stellt Vitamin C die flexible Funktionsfähigkeit der Arterienwand wieder her. Auf diese Weise kann einem zu hohen Blutdruck vorgebeugt werden, da dieser u.a. dadurch entsteht, dass sich die Arterien nicht mehr flexibel ausdehnen können.

Was macht Vitamin C so besonders? Wie sollte ich es dosieren?

Vitamin C ist eines der wichtigsten Vitamine für unser Immunsystem. Die starke antioxidative Wirkung trägt wesentlich zur Immunität gegenüber Viren und anderen Krankheitserregern bei.

Der Grundbedarf an Vitamin C ist für jeden Menschen unterschiedlich. Insbesondere Faktoren wie Stress, Giftbelastungen, Rauchen, Sport und viele andere Faktoren beeinflussen diesen. Interessanterweise gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) 110 mg/Tag für Männer und 95 mg/Tag für Frauen als Empfehlung heraus. Es gibt jedoch Studien, die eine deutlich höhere Dosierung zu präventiven Zwecken empfehlen. Diesen zufolge liegt eine ideale Versorgung bei 300 bis 1000 mg/Tag vor (vgl. *2/*3). Da ich diese Erfahrung bereits im Zusammenhang mit anderen Vitaminen und Mikronährstoffen gemacht habe, wundert mich diese Einschätzung nicht. Hier sollte vor allem auch wieder der Aspekt der Wasserlöslichkeit berücksichtigt werden, der eine Überdosierung unwahrscheinlich macht. Vermutlich ist es daher gar nicht so verkehrt, eine höhere Dosierung zu wählen.

Exkurs „Corona“-Virus:

Bei einer Infektion, wie aktuell mit Corona-Viren, steigt der Bedarf an Vitamin C drastisch an. Hier zeigen Meta-Analysen eine klare Dosis-Wirkung-Beziehung: 1000 mg Vitamin C reduzierten die Dauer von Erkältungen um etwa 10%, 2000 mg um etwa 20-30% (vgl. *4). Eine andere Studie konnte einen noch höheren Bedarf an Vitamin C im Infektionsfall feststellen. Sie konnte zeigen, dass sich der Vitamin-C-Spiegel der Leukozyten bei einer Grippe-Infektion erst bei einer Gabe von 6000 mg (!) Vitamin C wieder auf ein Normalniveau erholte (vgl. *5). Empfehlungen von 5000 - 6000 mg Vitamin C sind bei Krankheit darum keine Seltenheit.

Wo finde ich Vitamin C?

Es stellt sich nun natürlich die Frage, wie wir diesen Bedarf an Vitamin C decken können. In folgenden Lebensmitteln finden wir einen besonders hohen Gehalt an diesem „Wunder-Vitamin“:

  • Sanddornbeeren(saft), Gemüsepaprika, schwarze Johannisbeeren und Petersilie (> 100 mg/100 g)

Zu den Vitamin C-haltigen Lebensmitteln, die wir in der Regel häufiger verzehren, zählen:

  • Kartoffeln, Zitrusfrüchte, Kohl, Spinat, Tomaten, Äpfel, Kiwi, Paprika, Brokkoli und Sauerkraut

Übersicht Vitamin C.jpg

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Für die empfohlene Menge an täglicher Vitamin C Zufuhr kann die natürliche Aufnahme über Lebensmittel ausreichend sein, sofern wir tatsächlich täglich viele dieser Lebensmittel essen. Wir sollten hierbei jedoch beachten, dass Vitamin C beim Kochen inaktiviert wird. Insbesondere in der Erkältungszeit, aber auch darüber hinaus lohnt es sich, über eine Supplementierung nachzudenken. Denn wenn wir berücksichtigen, was das Vitamin C in unserem Körper ausrichten kann, dann ist das Einnehmen einer Pille eher keine große Hürde. Ich weiß allerdings, dass es viele Personen gibt, die von Nahrungsergänzungsmitteln nicht besonders viel halten. Das kann ich verstehen und war auch mal meine Haltung. Ich habe diese jedoch verändert, da mir bewusst geworden ist, dass unser Lebensstil heutzutage in vielerlei Hinsicht nicht besonders natürlich ist und somit auch eine natürliche Vitaminaufnahme kaum gewährleistet werden kann. Die schlechte Luft, die wir atmen, die nährstoffarmen Böden, auf denen unser Obst und Gemüse angepflanzt wird sowie unsere täglichen Routinen, die oftmals nicht gerade einem gesunden Lebensstil entsprechen, machen es für mich plausibel, meine Gesundheit durch externe Präparate zu unterstützen. Diese Entscheidung obliegt aber natürlich jedem selbst. Ich finde die Studienlage zu dem Thema dennoch spannend und glaube, sie kann uns in Viren-Hochzeiten einige Antworten liefern.

Bleibt gesund!

 

Quellen: